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  Kaninchen Info
 

Kaninchen Infoblatt

Haltungskombinationen
Gemischte oder reine Kastrate-Gruppen
Aufgrund des sehr häufig auftretenden Zickenkrieges unter Kaninchenmädels ist ein Kastrat zur Schlichtung fast unabdingbar und für eine Gruppenharmonie wichtig. Die Gruppenkonstellationen ist von den Charakteren der einzelnen Kaninchen abhängig, es kann sowohl mit reinen Kastraten-Gruppen, als auch mit gemischten Gruppen, sowohl mit Weibchen-, als auch mit Kastrat-Überschuss sehr gut funktionieren. Unkastrierte Rammler sind fast unmöglich zu vergesellschaften und  mit Weibchen gäbe es einen Wurf nach dem anderen, weshlab eine Kastration hier wirklich wichtih ist.

Kaninchen und Meerschweinchen

Auch Kaninchen und Meerschweinchen können problemlos zusammen gehalten werden. Jedoch nicht ohne weitere Gesellschaft der eigen Art.

Vergesellschaftung

Kaninchen sollten auf keinen Fall alleine gehalten werden. Auch Meerschweinchen sind kein Ersatz für Artgenossen. Die Geschlechterkombination ist dabei frei wählbar, ob die Tiere harmonisieren hängt von den einzelnen Charakteren ab. Häufig nicht so gut funktionieren reine Weibchen-Gruppen und Rammler müssen immer kastriert werden, sonst sind sie fast unmöglich mit anderen männlichen Kaninchen zu vergesellschaften und mit weiblichen Artgenossen kommt es unweigerlich zu Nachwuchs. Bei einer Vergesellschaftung (VG) muss auf einen neutralen Raum geachtet werden, der nicht schon als Revier von einem der Tiere beansprucht wurde. Viel Platz und Ausweichmöglichkeiten sollten vorhanden sein. Jungtiere bis zu einem Alter von 4 Monaten haben noch eine sehr dünne Haut und sind dadurch sehr anfällig für Verletzungen, dass sollte bei einer Vergesellschaftung unbedingt beachtet werden und ggf. früh eingegriffen werden oder mit der VG bis zu dem Alter von 4 Monaten gewartet werden. Bei erwachsenen Kaninchen kann eine VG dagegen sehr ruppig zugehen, es kann Fell fliegen und kleinere Wunden geben, solange es nichts Ernsteres ist, sollte die VG jedoch nicht abgebrochen werden. Eine VG kann über mehrere Wochen gehen, bis eine harmonisierte Gruppe entstanden ist.

Haltung

Kaninchen brauchen viel Platz, es wird also eine Mindestgröße von 2qm pro Tier empfohlen, an die sich im besten Fall noch Auslauf anschließt. Kaninchen können in der Wohnung, auch in freier Wohnungshaltung, gehalten werden, da man sie stubenrein bekommen kann. Auch eine ganzjährige Außenhaltung ist problemlos möglich. Hier ist es jedoch wichtig, dass das Gehege raubtiersicher ist. D.h. es muss von allen 6 Seiten geschützt sein. Der Draht muss punktzinkverschweißt sein (quadratische Maschen), der Standardkaninchendraht mit den ovalen Maschen kann von Mardern und Ratten durchgebissen werden. Handelsübliche Käfige und Gehege sind fast nie raubtiersicher, unbedingt beachten! Und häufig auch viel zu klein.

Häufige Krankheiten

Unkastrierte Häsinen können scheinschwanger werden, das wäre erst mal nicht problematisch und äußert sich durch aktiven Nestbau und Fellrupfen. Tritt dieses Verhalten jedoch öfter auf, sollten sie kastriert werden, da dies sehr viel Stress bedeutet und die ständige Beanspruchung der Geschlechtsorgane zu Krankheiten wie Krebs an den Geschlechtsorganen führen kann.

Augenerkrankungen können auch öfter auftreten, sei es durch Fremdkörper und durch einen Zug z.B. in Außenhaltung. Dabei tränt das Auge dann auffällig, bei Fremdkörpern können auch Trübungen und Ähnliches zu sehen sein. Dies sollte man vom Tierarzt (TA) abklären lassen. Ich behandle meine Tiere bei solcher Problematik mit Corneregel. Tränende Augen können jedoch auch eine Bindehautentzündung sein, ein Weg zum TA ist auch da unvermeidlich. Sie ist jedoch gut behandelbar.

Parasiten können außen und innen am Kaninchen vorkommen. Äußere, sogenannte Ektoparasiten, sind z.B. Flöhe, Haarlinge und Milben. Vor allem Milbenbefall fällt durch Haarverlust auf. Haarlinge lassen sich als kleine krabbelnde Tierchen im Fell beobachten. Flöhe sieht man selten am Tier, jedoch ihre Hinterlassenschaften, kleine bräunliche Krümel, die, auf einem feuchten Taschentuch zerrieben, rot färben. Behandelt werden kann in allen 3 Fällen mit einem Spot On Präparat, am Besten vom TA, hier wird häufig Stronghold verwendet. Pilz ist ebenfalls ein Ektoparasit und fällt durch kreisrunde, weiß verschorfte, teilweise schon krustig gekratzte Stellen auf, sie sich häufig im Genitalbereich, an den Ohren, der Schnauze und den Augen befinden. Ein TA kann unterscheiden, ob es sich um Pilz oder Milben handelt. Ich behandle Pilz bei meinen Tieren mit Lamisil Once. Innere, sogenannte Endoparasiten, sind z.B. Würmer und Kokzidien. Ein Wurmbefall jann z.B. auffallen durch abmagern der Tiere. Würmer lassen sich gut mit einer Wurmkur, z.B. Panacur Paste behandeln. Würmer und Kokzidien werden durch eine Kotuntersuchung diagnostiziert. Dafür wird über 3 Tage, etwa zur selben Zeit, frischer Kot gesammelt und über den TA in ein Labor geschickt. Der TA legt dann auch die Behandlung fest. Kokzidien können durch Durchfall bemerkt werden, es gibt jedoch auch häufig Trägertiere ohne Symptome. Die Behandlung ist hier wesentlich aufwendiger als bei Würmern. Vorbeugend gegen Endoparasiten kann Thymian, Oregano, Wiesenbärenklau und Rainfarn gefüttert werden.

Zahnprobleme sind gerade bei Zwergkaninchen leider auch keine Seltenheit. Ein verantwortungsvoller Züchter achtet jedoch auf die Zahngesundheit seiner Tiere, holen Sie also Ihre Kaninchen besser nicht im Zooladen oder beim Vermehrer. Eine Garantie beim seriösen Züchter keine Zahnprobleme zu bekommen gibt es zwar nicht, aber die Wahrscheinlichkeit ist viel geringer. Zahnprobleme machen sich bemerkbar durch abmagern des Tieres, Ablehnung von Futter und evtl. sabbern. Manchmal kann man eine Fehlstellung der Schneidezähne auch direkt erkennen. Ein TA muss hier auf jeden Fall aufgesucht werden, der die Zähne korrigiert, sonst verhungert das Kaninchen. Die Zahnkorrektur muss dann meist regelmäßig wiederholt werden.

Es gibt bei uns 3 bekannte Kaninchenseuchen, gegen die man impfen kann und meiner Meinung nach auch sollte, da es von den dreien nur bei der Myxomatose eine geringe Heilungschance gibt, wenn man sie rechtzeitig erkennt und behandelt. RHD und RHD2/Chinaseuche verlaufen immer tödlich. Geimpft wird je nach Impfstoff den der TA verwendet jährlich oder halbjährlich.

Futter

Kaninchen sollten getreidefreies oder zumindest getreidereduziertes Trockenfutter bekommen. Bei genügend Frischfutter wird jedoch gar kein Trockenfutter benötigt, was noch besser ist . Heu muss 24h am Tag zur Verfügung stehen. Brot und Brötchen gehören nicht auf den Kaninchenspeiseplan! Eine super Frischfutterliste, sowohl für kaufbares, als auch für pflückbares Frischfutter findet sich auf kaninchenwiese.de. Dort gibt es auch weitere Tipps zur Haltung der süßen Langohren.

Unterschied seriöser Hobby-/Züchter zu Vermehrer

Ein Züchter kann und wird Ihnen Beratung geben und Ihnen auch noch nach dem Kauf beratend zur Seite stehen.

Ein Züchter interessiert sich dafür wo seine Tiere hinkommen und stellt Fragen zum neuen Zuhause. Vermehrern ist dies egal.

„Kofferraumverkäufe“ sind nie seriös!

Ein Züchter gibt seine Tiere nicht an Zoohandlungen, da es ihm wichtig ist zu wissen, wo seine Tiere hinkommen.

Ein Züchter kennt seine Tiere und kann Ihnen sagen, ob und wie sie in Gruppen harmonisieren, welche Eigenschaften das neue Partnertier haben oder nicht haben sollte. Ausnahmen können da Jungtiere sein, bei denen man evtl. noch nicht viel zum Charakter sagen kann.

Züchter achten darauf nur mit gesunden Tieren zu züchten und geben den Weibchen Zuchtpausen. Sie dienen nicht als Gebärmaschinen. Trotz sorgfältiger Auswahl gesunder Zuchttiere, kann keine Garantie auf die Gesundheit der Jungtiere gegeben werden.

Züchter verpaaren gezielt und halten Böcke und Weibchen grundsätzlich getrennt. Bei Vermehrern lebt meist einfach alles zusammen und kreuzt sich ungeplant miteinander. Weibchen werden nach der Geburt sofort wieder gedeckt.

Züchter kennen sich mit Genetik, Farbenlehre, Erbkrankheiten und anderen wichtigen Krankheiten aus. Vermehrern ist dies egal.

Ein Züchter mutet seinen Weibchen nur eine gewissen Anzahl an Würfen zu und lässt sie dann in „Rente“ gehen.

 

 
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